Bin Picking - Der "Griff in die Kiste"
Seit wir uns mit Robotertechnologie beschäftigen und mit Einzug der Bildverarbeitung ist der „Griff in die Kiste" (englisch bin picking) ein großes Thema.
Es geht dabei darum unsortierte Werkstücke, die chaotisch in einem Behältnis liegen, mittels eines Bildverarbeitungssystems zu lokalisieren und die Greif-Koordinaten an einen Roboter zu übergeben, der die Teile dann aus dem Behältnis aufnimmt und anschließend positioniert einem nächsten Prozess zuführt.
Diese Aufgabe ist geprägt von einigen Herausforderungen wie z.B. den notwendigen stabilen Lichtverhältnissen am Aufstellungsort, möglichen Greiferkollisionen aufgrund unterschiedlichster möglicher Lagen der Werkstücke, hohen Investitionskosten bei gleichzeitig meist längerer Taktzeit, sowie systembedingten zusätzlichen Störquellen, die sich negativ auf die Anlagenverfügbarkeit auswirken.
Ferner sind in der Regel lange Greifer bzw. Greifer-Verlängerungen erforderlich um in alle Ecken des Behältnisses zu gelangen, die dann wiederum bei der Weiterbearbeitung (z.B. Beladung einer Maschine) zu Problemen bei der Zugänglichkeit führen. Doppelgreifwerkzeuge -wie sie in der Regel aus Taktzeitgründen bei der Beschickung von Maschinen und Prozessen erforderlich sind- sind eingeschränkt verwendbar bzw. behindern den Prozess und somit erhöhen sich die Stillstands-Zeiten der zu beschickenden Maschinen/Prozesse.
Meist ist es nahezu unmöglich das Behältnis vollständig zu entleeren, es bleiben Teile zurück, die nicht entnommen werden können.
Hohe Investitionskosten bei den beschriebenen Nachteilen und Herausforderungen führen für uns in der Regel fast immer dazu, dass wir gemeinsam mit Interessenten reale Machbarkeitsversuche durchführen. In diesen Versuchen ermitteln wir die tatsächlich erreichbare Performance über ein komplettes Behältnis und können auf dieser Basis verbindliche Aussagen treffen und technische Zusagen machen.
Teilweise können zwar die technischen Anforderungen realisiert werden, aufgrund der Investitionshöhe ist eine Umsetzung aber nicht wirtschaftlich. Dann suchen wir gemeinsam mit unseren Kunden meist alternative, kombinierte Lösungen aus Bildverarbeitung und Zuführtechnik, die wirtschaftlich und zuverlässig sind.
Weiterhin testen wir regelmäßig die neuesten BV-Komponenten und Systeme in unserem Labor. Damit sind wir stets up to date hinsichtlich des aktuellen Standes der Technik.
Mit unserem Standardsystem SUMO Fotoplex bieten wir ein modulares System mit unterschiedlcishetn Bereitstellungsvarianten an.